Samsung Galaxy Ring 2 vs. Oura Ring 4: Der Biohacking-Check
- Aktualisiert am:
- Julian Berger
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Die unsichtbare Revolution am Finger
Kennst du das? Du willst deine Schlafphasen tracken, aber die klobige Uhr am Handgelenk nervt einfach nur. Genau hier setzen smarte Ringe an. Beim Duell Samsung Galaxy Ring 2 vs Oura Ring 4 geht es längst nicht mehr nur um banale Schrittzähler. Wir reden hier von echtem Biohacking. HRV-Tracking, Hauttemperatur, Blutsauerstoff. Aber welcher Ring liefert wirklich ab? Letzte Woche habe ich beide Modelle Tag und Nacht parallel getragen.
Ehrlich gesagt: Der Kauf fängt bei beiden schon mit Frust an. Die Größenbestimmung ist extrem schwierig. Du bestellst ein Sizing-Kit aus Plastik, probierst die Größen durch und hoffst, dass der echte Titanring dann genauso sitzt. Kleiner Tipp aus der Praxis: Deine Finger schwellen nachts massiv an. Was nachmittags locker sitzt, kann morgens schmerzhaft klemmen. Trag das Test-Kit also zwingend 24 Stunden.
Aus unserem Community-Feedback Der Tragekomfort beim Schlafen ist das ultimative Kaufkriterium. Eine Smartwatch spürst du immer. Einen gut sitzenden Smart Ring vergisst du nach drei Nächten komplett.
Oura Ring 4: Der Goldstandard mit Abo-Falle
Fangen wir mit dem Marktführer an. Der Oura Ring 4 ist ein Meisterwerk der Miniaturisierung. Die Innenseite ist jetzt komplett flach – die kleinen Sensor-Hügel des Vorgängers sind weg. Das spürst du sofort.
Aber dann kommt der Elefant im Raum: Das verdammte Abo-Modell bei Oura. Du zahlst fast 400 Euro für die Hardware und wirst dann zur Kasse gebeten, um deine eigenen Daten zu sehen. 5,99 Euro jeden Monat. In Foren lese ich ständig die Forderung nach "App-Features ohne Zusatzkosten", aber Oura bleibt stur. Ohne Abo siehst du nur noch drei rudimentäre Scores. Keine Schlafphasen, keine Temperaturtrends. Nichts.
Präzision hat ihren Preis
Trotz der Kritik am Abo: Technisch ist Oura brillant. Die Algorithmen arbeiten exzellent. Wenn wir über die "Sensoren-Genauigkeit im Vergleich" sprechen, hat der Finne die Nase leicht vorn. Oura nutzt extrem empfindliche rote und infrarote Photoplethysmographie-Sensoren (Wikipedia), die tiefer ins Gewebe blicken als die grünen LEDs vieler Konkurrenten. Das merkst du vor allem bei der Herzratenvariabilität (HRV) in der Nacht. Da kommt im Tracker-Bereich kaum etwas ran – vielleicht noch die Garmin Fenix 8, aber die trägst du definitiv nicht so bequem im Bett.
Oura Ring 4 im Kurzcheck
- Überragende App
Die Aufbereitung der Bio-Daten ist intuitiv und motivierend.
- Plattformunabhängig
Funktioniert tadellos mit iOS (Apple Health) und Android.
- Abo-Zwang (Contra)
Ohne 5,99€/Monat ist der Ring faktisch nutzlos.
Samsung Galaxy Ring 2: Der Android-Angreifer
Szenenwechsel. Samsung hat mit dem Galaxy Ring 2 genau zugehört. Die wichtigste Nachricht vorab: Kein Abo. Null. Nada. Du kaufst den Ring und hast vollen Zugriff auf Samsung Health. Das ist eine gewaltige Ansage an Oura.
Aber – und das ist ein massives Aber – die Integration ins Samsung Ökosystem ist Segen und Fluch zugleich. Hast du ein aktuelles Galaxy-Smartphone? Perfekt. Die Gestensteuerung (Doppel-Tippen der Finger zum Wecker ausschalten) funktioniert genial. Die Datenfusion mit einer Galaxy Watch ist nahtlos. Hast du ein iPhone? Pech gehabt. Der Ring wird schlichtweg nicht unterstützt. Selbst bei anderen Android-Handys (Pixel, Xiaomi) fehlen einige KI-Features von Samsung Health.
Laufzeit und Ladecase
Ein echtes Highlight ist das Ladecase. Während Oura auf ein stationäres Dock setzt, liefert Samsung ein transparentes Lade-Etui mit integriertem Akku mit. Wie bei True-Wireless-Kopfhörern. Du bist auf Reisen? Pack das Case ein und du hast Strom für Wochen. Der Ring selbst hält bei mir solide 6 Tage durch. Die Sensoren (SpO2, Puls, Hauttemperatur) arbeiten zuverlässig, auch wenn die Schlafphasen-Erkennung bei unruhigem Schlaf manchmal minimal von der Wahrheit abweicht. Wenn dich interessiert, wie sich das gegen traditionelle Uhren schlägt, schau dir unseren Vergleich Smart Ring vs. Smartwatch an.
Samsung Galaxy Ring 2 im Kurzcheck
- Keine Folgekosten
Alle App-Features und KI-Analysen sind gratis.
- Geniales Ladecase
Mobiles Aufladen wie bei Bluetooth-Kopfhörern.
- Ökosystem-Lock-in (Contra)
Kein iOS-Support, volle Funktion nur mit Samsung-Handys.
Spezifikationen im direkten Vergleich
Damit du nicht lange suchen musst, hier die harten Fakten aus meinem Test:
- Material: Beide setzen auf Titan (Oura: Titan mit PVD-Beschichtung / Samsung: Titanium Grade 5)
- Akkulaufzeit: Oura Ring 4 (bis zu 8 Tage) vs. Galaxy Ring 2 (bis zu 7 Tage)
- Gewicht: Oura (3,3 bis 5,2g) vs. Samsung (2,3 bis 3,0g)
- Sensoren: Beide bieten HR, HRV, SpO2 und Hauttemperatur
- Preis: Oura ab 399€ (+5,99€/Monat) / Samsung ab 449€ (Kein Abo)
Man sieht sofort: Der Galaxy Ring ist spürbar leichter. Wer empfindlich auf Gewicht am Finger reagiert, merkt diese ein bis zwei Gramm Unterschied in der Nacht gewaltig.
Fazit: Welcher Ring gehört an deinen Finger?
Machen wir es kurz. Eine pauschale Empfehlung gibt es hier nicht. Die Entscheidung beim Thema Samsung Galaxy Ring 2 vs Oura Ring 4 fällt nicht bei der Hardware, sondern beim Smartphone in deiner Hosentasche.
Bist du tief im Apple-Ökosystem verwurzelt? Dann führt kein Weg am Oura Ring 4 vorbei. Die bittere Pille des Abos musst du schlucken, bekommst dafür aber die aktuell ausgereifteste Biohacking-App auf dem Markt.
Nutzt du hingegen ein Samsung Galaxy? Spar dir das Oura-Abo. Der Galaxy Ring 2 ist extrem leicht, das Ladecase ist ein Traum und die Verzahnung mit Samsung Health macht einfach Spaß. Er ist der logische Begleiter für alle Android-User, die auf smarte Blutdruckmessung am Handgelenk oder klobige Uhren beim Schlafen verzichten wollen.

IT-Journalist mit 10+ Jahren Erfahrung. Testet Smartphones, Laptops und Tablets auf Herz und Nieren.
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