Trifold-Smartphones: Huawei vs. Samsung – Die neue Ära der Foldables
- Aktualisiert am:
- Julian Berger
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Drei Faltungen. Ein Schockmoment.
Letzte Woche hatte ich das neue Huawei Mate XT in der Hand. Ein 3.000-Euro-Gerät. Mein erster Gedanke? Verdammt dick. Die Ära der klassischen Foldables ist längst Alltag, doch 2026 zünden die Hersteller die nächste Stufe: Z-Folds. In diesem Trifold Smartphone Vergleich 2026 schauen wir uns an, ob Samsung oder Huawei den besseren Job macht. Spoiler: Perfekt ist keines von beiden.
Ehrlich gesagt, die Idee klingt genial. Du hast ein normales Handy, klappst es auf – zack, ein quadratisches Tablet. Du klappst es noch mal auf – bäm, ein riesiger 10-Zoll-Screen im Widescreen-Format. Aber die Physik lässt sich nicht austricksen. Drei Schichten Glas, Akku und Gehäuse übereinander gestapelt fordern ihren Tribut. Und genau da trennt sich bei den aktuellen Flaggschiffen die Spreu vom Weizen.
Das Elefanten-Problem: Die Dicke im zusammengeklappten Zustand
Reden wir nicht um den heißen Brei herum. Die Dicke im zusammengeklappten Zustand ist der größte Pain Point. Huawei hat es beim Mate XT auf erstaunliche 12,8 mm geschafft – das ist dünner als so manches alte Gaming-Handy. Samsung hingegen baut beim Z Fold Tri etwas massiver (knapp 14 mm), um größere Akkus unterzubringen.
Was das im Alltag bedeutet? Es zieht dir förmlich die Hose runter. Dieses 300-Gramm-Biest nimmst du garantiert nicht mit zum Joggen. Da tracke ich meine Läufe lieber minimalistisch. (Falls dich das Thema interessiert: Hier gibt's einen frischen Blick auf die Blutdruckmessung am Handgelenk). Spaltmaße? Bei beiden Herstellern perfekt. Aber der Formfaktor bleibt ein Kompromiss.
Markus T., Business-Analyst & Early Adopter Endlich ein echter Tablet-Ersatz in der Hosentasche. Auf 10 Zoll Excel-Tabellen bearbeiten und daneben den Teams-Call offen haben – das ist ein Gamechanger.
Der ewige Feind: Sich lösende Schutzfolien
Was mich bei Foldables immer nervt – und bei Trifolds ist das Risiko exakt doppelt so hoch: Nach sechs bis acht Monaten löst sich die Displayschutzfolie. Genau in der Knickfalte.
Ein Kunde schrieb mir kürzlich verzweifelt ins Forum, dass sein teures Gerät jetzt wie ein billiges Spielzeug aussieht, weil eine dicke Luftblase das Scharnier ziert. Das Problem? Du darfst sie nicht einfach abziehen. Die Reparierbarkeit dieser Geräte ist laut den Experten von iFixit ohnehin katastrophal. Das Ultra-Thin-Glass (UTG) ist extrem anfällig. Samsung bietet hier in Deutschland den etwas besseren Vor-Ort-Service, aber ärgerlich bleibt es bei einem Extremer Preis von über 3.000 Euro allemal.
Trifold Smartphone Vergleich 2026: Die harten Specs
Schauen wir uns die Technik unter der Haube an. (Und ja, die Zahlen sind absurd.)
- Huawei Mate XT:
- Display: 10,2 Zoll OLED (voll entfaltet)
- Dicke: 12,8 mm (gefaltet), 3,6 mm (offen)
- SoC: Kirin 9100
- Preis: ca. 2.800 - 3.200 Euro (Import)
- Samsung Galaxy Z Fold Tri (Gerücht/Prototyp):
- Display: 9,9 Zoll Dynamic AMOLED 2X
- Dicke: 13,9 mm (gefaltet)
- SoC: Snapdragon 8 Gen 4 for Galaxy
- Preis: ca. 3.000 Euro
Die Theorie sagt: Samsung hat den schnelleren Chip. Meine Erfahrung? Bei diesen riesigen Displays (wer mehr über die OLED-Technologie wissen will, schaut bei Wikipedia) limitiert am Ende fast immer das Temperatur-Management, nicht die reine CPU-Power.
Design-Konzepte im Vergleich
Multitasking-Vorteile, die wirklich zählen
Warum tut man sich das an? Wegen der Software. Ein normales Foldable ist ein Quadrat. Cool für Instagram, furchtbar für Filme (Hallo, schwarze Balken!). Ein Trifold entfaltet sich zu einem klassischen 16:9 oder 16:10 Format.
Die Multitasking-Vorteile sind immens. Du hast links deinen Browser, in der Mitte dein Dokument und rechts YouTube. Und alles in einer nutzbaren Größe. Samsung hat hier mit der One UI Software leicht die Nase vorn – die Fensterverwaltung ist einfach flüssiger. Wer nachts sein massives Handy lieber weglegt, aber trotzdem Notifications will, sollte das übrigens mit einem Wearable kombinieren. Mein Tipp: Lest dazu mal den Artikel Smart Ring vs. Smartwatch: Welcher Tracker passt zu deinem Schlaf?.
Kaufberatung: Welches Trifold für wen?
- Huawei Mate XT (Für Hardware-Enthusiasten)
Unglaublich dünne Bauweise im offenen Zustand. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, aber ohne native Google-Dienste im Westen ein teurer Kompromiss.
- Samsung Z Fold Tri (Für Produktiv-Junkies)
Etwas klobiger, dafür mit der bewährten Multitasking-Software von Samsung und echtem S-Pen-Support auf fast 10 Zoll. Der klare Business-Sieger.
Aus einem Reddit-Langzeittest zum Mate XT Die Haltbarkeit der Scharniere war anfangs meine größte Sorge. Aber das Z-Fold-Konzept verteilt den Druck überraschend gut. Nach 3 Monaten knarzt da gar nichts.
Mein Fazit: Luxus mit Ablaufdatum?
Sind wir mal ehrlich. Ein Trifold Smartphone ist aktuell ein reines Flex-Produkt. Der extreme Preis steht in keinem Verhältnis zur Langlebigkeit – allein wegen der fragilen Displayschutzfolien und der beweglichen Teile.
Trotzdem: Das Konzept ist faszinierend. Wer oft reist und sein iPad endgültig zu Hause lassen will, findet hier den heiligen Gral. Alle anderen warten besser noch 2-3 Generationen, bis die Geräte unter 1500 Euro fallen und die Scharniere unverwüstlich sind.

IT-Journalist mit 10+ Jahren Erfahrung. Testet Smartphones, Laptops und Tablets auf Herz und Nieren.
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